ALLTAG

Lästig, aber lebensrettend: Warum Staub wichtig für uns ist

Ob als Wollmaus unterm Bett, Dreckschicht auf Schränken oder in Form von Feinstaub in der Luft: Staub mag fast niemand. Doch er hat eine wichtige Funktion: Ohne Staub gäbe es kein Leben auf der Erde.

© iStock-Wavebreakmedia

Vor 4,6 Milliarden Jahren bestand die Erde nur aus einer Wolke aus Gas und Staub. Diese Wolke war das Ergebnis eines explodierten Sterns, einer so genannten Supernova. Dabei wurde eine riesige Menge Material ins Weltall geschleudert, aus der sich nach und nach unser Sonnensystem bildete. Auch heute noch fliegt jede Menge Sternenstaub durch das Universum – jedes Jahr rieseln bis zu 1,5 Millionen Tonnen zu uns auf die Erde hinab.

Staub ist überall

Auch wenn der Staub damit die Grundlage unseres Lebens ist – im Alltag ist er meist nur lästig. Gegen den Kot von Milben, der in jedem Hausstaub zu finden ist, sind zwischen vier und fünf Millionen Deutsche allergisch. Nur die Trockenheit und Kälte der Wintermonate machen den kleinen Plagegeistern das Leben schwer. Neben Milbenkot schweben aber auch Schwermetalle, Schimmelpilzsporen und Viren um uns herum, die für den Menschen giftig sein können. Jeder Mensch ist von einer individuellen Staubschicht umgeben: In der sogenannten „Personal Cloud“ tragen wir Tausende kleine Partikel, zum Beispiel unsere eigenen Haut- und Haarschuppen, mit uns herum.

Auch Industrie- und Autoabgase produzieren täglich neuen Staub. Die Konzentration von Staubpartikeln in einer Stadt ist mit 100.000 Partikeln pro Kubikzentimeter Luft bis zu hundertmal höher als über den Ozeanen. Und auch das Wasser verursacht durch seine Gischt immer neuen Staub: Beim Branden der Wellen an die Küste lösen sich tausende kleiner Seesalzpartikel, die vom Wind weit ins Inland getragen werden.
Auch biologische Partikel wie Viren, Bakterien oder Pollen gehören zum Staub in unserer Luft. Einen besonders großen Anteil bildet der Bodenstaub, etwa aus der Sahara, der durch Luftströmungen in die ganze Welt getragen wird. Auch bei Waldbränden oder anderen Verbrennungsprozessen entsteht Feinstaub. So kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Behinderungen des Flugverkehrs, weil riesige Aschewolken in Folge von Vulkanausbrüchen in der Atmosphäre schwebten.

Ohne Staub kein Leben

Doch der tägliche Staub hat auch wichtige Funktionen. Staubkörner brechen das Sonnenlicht und verhindern so, dass es ungehindert auf die Erde niederbrennt – eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben auf unserer Erde. Darüber hinaus wäre eine Welt ohne Staub auch eine Welt ohne Regen: Jeder Partikel dient in der Atmosphäre als Keimzelle für Regentropfen. Nur mit Hilfe von größeren Staubteilchen kann es regnen.

Die größeren Wüstenstäube tragen darüber hinaus wertvolle Nährstoffe und Mineralien mit sich. Diese düngen das Meer an Orten, die Kilometer von der Küste entfernt sind und unterstützen damit das Planktonwachstum. Wenn dieses sich vermehrt, kann es mehr CO2 aus der Atmosphäre filtern und so dem Treibhauseffekt entgegenwirken. Zudem bildet Plankton die Grundlage der Nahrungskette im Meer. Wenn kein Staub mehr wertvolle Nährstoffe ins Meer tragen könnte, hätte das verheerende Folgen für das Leben in den Ozeanen – und damit auch für uns auf dem Festland.
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