PSYCHOPATHEN DER WELTGESCHICHTE

Napoleon Bonaparte: Vom Aufsteiger zum Kriegsverbrecher

Mitte des 18. Jahrhunderts ist Europa in eine gesellschaftliche Starre verfallen. Ganz oben thront der König, ganz unten kämpfen die Ärmsten um ihr Überleben. Bis Napoleon Bonaparte den Lauf der Geschichte verändert – wie kaum ein anderer Zeitgenosse.

© Imago/ZUMA Press

Er ist eine Zeit des historischen Stillstands – nichts regt sich, nichts bewegt sich. Doch dann glimmt ein Funke der Veränderung auf: die Französische Revolution. Und aus allen Teilen der Gesellschaft drängen Menschen vor, diesen Funken auflodern zu lassen: Psychopathen. Es fällt ihnen leicht, Anhänger zu rekrutieren, das macht sie zu Anführern. Sie stoßen gesellschaftliche Entwicklungen an, sie sind der Brandbeschleuniger für historische Ereignisse. Napoleon Bonaparte ist so einer. 

Ein positiver Psychopath?

Und die meisten Historiker sind sich einig, dass Napoleons Errungenschaften von zentraler Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit sind. „Von einem modernen psychologischen Standpunkt aus gesehen war Napoleon aber ein Psychopath“, sagt der Psychologe Alfred Jones. „Im positiven Sinne zeigt sich das an seiner Stress- und Angstresistenz.“ Auch seine Kriegsführung zeigt psychopathische Züge: Ohne Rücksicht auf Verluste mit voller Kraft zuschlagen – feindliche Heerführer erschraken vor der schieren Brutalität seiner Angriffe. 

So aber befreite Napoleon beispielsweise die süddeutschen Länder aus dem Würgegriff der Aristokratie und konnte ihnen ein modernes Gesetzbuch geben. Gleichstellung und Religionsfreiheit waren ihm ebenso wichtig. Doch Napoleon machte kein Hehl daraus, dass er dafür über Leichen gehen würde – und das tat er auch. Er veranstaltete Schauprozesse, ließ politische Gegner und Gefangene ermorden obwohl er versprochen hatte, sie zu verschonen. Und als Napoleon den katastrophalen Russlandfeldzug anführte, ließ er mehr als 500.000 Soldaten elendig im russischen Winter sterben. Er selbst hatte sich da schon lange zurückgezogen …
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