Erneuerbare Energien

Sonne, Wind, Wasser: Jetzt gibt’s die volle Ladung Strom „to go“

Kleine Solaranlagen für unterwegs gibt es schon lange. Mit ihnen lassen sich Laptop, Digitalkamera und Smartphone jederzeit und überall aufladen. Aber damit nicht genug: Jetzt gibt es auch faltbare Windräder und tragbare Wasserkraftwerke.

© Aquakin

Das Wasser kommt aus dem Hahn, das Geld aus dem Automaten und der Strom? Eigentlich aus der Steckdose. Wanderern, Skifahrern oder Campern bringt das allerdings wenig, wenn sie irgendwo im Nirgendwo ihren Outdoor-Aktivitäten nachgehen. Da kann es zu einem echten Problem werden, wenn die Anzeige des Akkustands plötzlich rot blinkt. Denn Fotos mit dem Smartphone knipsen, per GPS die Route ermitteln oder einfach mal bei der Verschnaufpause auf der Hütte eine Runde im Internet surfen – all das frisst Strom. Und der ist in luftigen Höhen oder fernab der Zivilisation ein knappes Gut.


Sonnenenergie tanken

Geräte, die dauerhaft und kostenlos Strom aus erneuerbaren Energien produzieren und gleichzeitig in der Hosentasche oder im Rucksack Platz finden, sind da eine gute Lösung. Längst gibt es für smarte Outdoor-Begeisterte die Möglichkeit, ihre Geräte mit Sonnenenergie aufzutanken. Moderne Solarzellen liefern sogar an bewölkten Tagen etwas Strom. Allerdings reicht die Energie bestenfalls aus, um den Notrufbetrieb des Handys aufrecht zu erhalten. Dauer-Telefonierer oder Tablet-Nutzer benötigen an dieser Stelle alternative Energiequellen.

Das US-Start-up „Skajaquoda“  hat für den Strommangel an der frischen Luft eine clevere Lösung entwickelt: Das faltbare Windrad namens „Trinity Portable Wind Turbine Power Station“ lädt via USB und einem 15 Watt-Generator kleine Elektrogeräte auf. Zusammengeklappt lässt sich das Windrad in einer 30 Zentimeter langen Röhre verstauen – ausgeklappt steht es wie ein Stativ auf drei Beinen. Und mit rund 1,9 Kilogramm findet es locker Platz im Expeditionsgepäck. Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter ermöglichte die Finanzierung des Projekts bereits im letzten Jahr. Das Portal zur Projektfinanzierung fand über das Internet genügend Kapitalgeber und sammelte bis Juni 2014 insgesamt 75.319 US-Dollar.


Ein blaues Wunder

Was mit Sonnen- und Windenergie funktioniert, klappt auch mit Wasserkraft – und das sogar wetterunabhängig. Diesen Vorteil haben nun vier Unternehmer aus Fürth für sich entdeckt. Das junge Start-up „Aquakin“ hat den Prototypen eines tragbaren Wasserwerks namens „Blue Freedom“ entwickelt (siehe Bild). Mit seinen 400 Gramm und gerademal 20 Zentimetern Durchmesser ist es nach Angaben der Entwickler das kleinste und leichteste Wasserkraftwerk der Welt. Mit einer Leistung von fünf Watt zieht eine Turbine die Energie aus einem Fluss oder Bach und lädt damit innerhalb von einer Stunde ein Handy auf.
Im Detail sieht das so aus: Man schließt sein Gerät an den USB-Port des Wasserkraftwerks an. Das Gehäuse wird in Flussnähe befestigt, der Rotor ins Wasser geworfen und das Gerät beginnt zu laden. Damit das Wasserkraftwerk in Serienproduktion gehen kann, startet ab dem 3. März - ebenfalls auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter – eine Kampagne zur Finanzierung. Das Ziel: 100.000 Dollar. Die Kampagne startet um 17 Uhr und gewährt in der ersten Stunde eine "First Hour Jumper"-Vergünstigung. Blue Freedom ist dann bereits für 179 US-Dollar erhältlich - anstatt später im Handel für 319 US-Dollar.

Schwarmfinanzierung

Der Bedarf an mobilen Energiequellen ist in den vergangenen Jahrzehnten explodiert. Forscher entwickeln immer wieder neue tragbare Mini-Kraftwerke für die Hosentasche – darunter auch sehr außergewöhnliche Technologien: Generatoren, die Strom beim Gehen gewinnen, Jeanshosen aus Solartextilien, die das Handy aufladen oder ein Schlafsack, der die Körperwärme in Strom umwandelt. Dabei sind viele Projekte noch in den Anfängen. Deshalb sind Crowdfunding-Portale wie etwa Kickstarter oder Indiegogo wichtig, um den teils noch jungen Unternehmern mit den gesammelten Geldern finanziell unter die Arme zu greifen.
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