LEBENSMITTELINDUSTRIE

Verdächtiger der Terrorzelle: Joghurt

Unser Essen enthält gezielte Falschinformationen. Einige Zutaten sind sogar in geheimer Mission in unserem Körper unterwegs. Ihr Ziel: unsere Sinne umzuprogrammieren, um Produkte besser zu verkaufen. Welt der Wunder entlarvt den Auftrag verdächtiger Zusatzstoffe. Heute: Carrageen im Verhör.

© iStock-Anaiz777

Sie arbeiten als Verdickungsmittel?
Ja, ich sorge dafür, dass die Joghurt schön fest ist.
 
Ihr Deckname lautet E 407?
Ja. Aber ich bin total harmlos. Das sagt jeder. Wo liegt das Problem?
 
Sie könnten die Bildung von Geschwüren und Allergien auslösen. 
Sie müssen mich verwechseln. Wahrscheinlich meinen Sie meinen kleinen Bruder.

Kleiner Bruder?
Ja. Er sieht aus wie ich, ist nur viel kleiner. Manche nennen ihn auch degradiertes Carrageen.
 
Warum ist er so gefährlich und Sie nicht?
Seine Molekülgröße erleichtert es ihm, die Darmschleimhaut zu durchdringen und Geschwüre zu verursachen.

Treffen Sie ihn gelegentlich?
Nein, nie. Wir reden nicht miteinander.
 
Also besteht E 407 zu 100 Prozent aus unbedenklichem Carrageen?
Na ja. Also, es sind immer winzige Spuren degradiertes Carrageen enthalten. Aber das ist minimal. Solange man mich nicht erhitzt. 
 
Wieso, was passiert denn dann?
Dann werde ich zu meinem kleinen Bruder.
 
Wir haben Sie auch im Ketchup entdeckt. Egal wo, wenn Sie dort zu ihrem kleinen Bruder werden, verhaften wir Sie.
 
Lebensmittel-Protokoll
Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit hat Carrageen mit einem Höchstwert versehen: Bis zu 75 Milligramm täglich pro Kilo Körpergewicht gelten als unbedenklich. Dabei darf der Anteil an degradiertem Carrageen nicht mehr als 5 Prozent betragen. 
 
Kann auch Carrageen enthalten: Kaugummi, Lakritzdragees, Scheiblettenkäse, Gemüsekonserven, Obstsäfte
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